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Neue Schuhe, anderer Laufstil – Tag 11

Ich gebe es gern zu, ich war ganz kurz davor, aufzugeben! Wenn man 4 Wochen lang jeden zweiten Tag läuft und sich bei den Schmerzen, die einfach nur von der Überbeanspruchung herrühren, überhaupt keine Besserung einstellt, dann ist der Frust groß, verdammt groß! Bei meinem letzten Laufversuch vor 4 Tagen schmerzten mir die Waden schon nach 100 Metern dermaßen, dass ich abgebrochen habe und wie ein geprügelter Hund nach Hause geschlichen bin.

Gestern war ich im Stadtcenter und bin dann noch mal bei Runners Point vorbei, wo ich mein erstes Paar Laufschuhe gekauft habe. Dieses Mal war der Chef selber da und ich habe ihm die ganze Problematik haarklein erklärt. Er hat mich aufs Laufband gestellt und ziemlich schnell festgetsellt, dass ich mit meinen Füßen bei jedem Schritt leicht nach innen wegknicke. Das erklärt die Schmerzen in den Bändern und Sehnen der Fußgelenke, die sich nach wenigen Metern einstellten und immer schlimmer wurden.

Nachdem er mir dann andere Schuhe rausgesucht hatte und ich damit drei Minuten auf dem Laufband gelaufen war, hat er noch festgestellt, dass ich viel zu weit nach vorne gebeugt laufe, was schon fast eine Sprinthaltung ist. Dadurch liegt mein komplettes Gewicht bei jedem Schritt auf dem vorderen Fußballen, was wiederum extrem die Wadenmuskulatur beansprucht. Da ich ja immer noch relativ untrainiert bin, hat das natürlich zu ziemlichen Schmerzen geführt. Außerdem beansprucht dieser Laufstil auch die Bänder in den Fußgelenken, da man so nicht ganz so stabil auf den Füßen steht und die Gelenke auch noch mehr das Gleichgewicht halten müssen. Er hat mir geraten, darauf zu achten, dass ich aufrecht laufe, den Kopf anhebe und versuchen soll, mich darauf zu konzentrieren, den ganzen Fuß aufzusetzen und nicht nur den vorderen Fuß.

Gesagt, und dann zwar nicht ganz getan, aber wenigstens versucht: Die Fußgelenke waren so gut wie kein Thema mehr. Die Sache mit dem Laufstil ist nicht ganz so einfach, aber jedes Mal, wenn ich Schmerzen in den Waden verspürte, merkte ich, dass ich wieder falsch laufe und habe wieder den Laufstil angepasst. Klar, das wird jetzt natürlich eine etwas langwierige Sache, mir das anzugewöhnen, aber heute hatte ich endlich mal ein richtiges Erfolgserlebnis:

Ich bin 1 km durchgelaufen, ohne dass ich auf die Zähne beißen musste, um die Schmerzen aushalten zu können. 1 km ist für richtige Läufer eine lächerliche Strecke, für mich ist das aber nach den wirklichen Strapazen der letzten Wochen ein richtiges Erfolgserlebnis, vor allem, weil ich jetzt auch endlich mal an einen Punkt kam, wo ich von der Kondition her ein wenig Probleme bekam.

In den nächsten Einheiten wird es jetzt darum gehen, dass ich a) meinen neuen Laufstil kontinuierlich laufen kann und b) den 1 km jetzt permanent steigern kann.

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