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Der Wahnsinn hat Methode!

Was ist eigentlich erschreckender? Der Umstand, dass eine Partei in den Bundestag eingezogen ist, die zumindest in Teilen mittlerweile ganz offen rassistisches und nationalistisches Gedankengut verbreitet. Eine Partei, die jegliches Schamgefühl beim Umgang mit Rechtsextremisten verloren hat. Eine Partei, die am vergangenen Samstag in Kandel Seite an Seite mit NPD, IB, Pegida und rechtsextremen Hooligans marschierte.

Oder ist es erschreckender, dass viele Menschen in unserem Land wie weiland ab 1929 wie die Lemminge hinter einer Bewegung hinterhertrotten, die unser Land schon einmal ins Verderben geführt hat? Viele dieser Menschen sagen auch, sie hätten die AfD 2017 aus Protest gewählt. Wie bitte kann man eine Partei, die ganz genau beobachtet wird und bei der jede Aussage ihrer Spitzenpolitiker publik gemacht wird, aus Protest wählen?

Wenn ich den etablierten Parteien CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen zeigen will, dass sie für mich unwählbar sind und ich meinem Protest Ausdruck verleihen will,  dann wähle ich DIE PARTEI. Martin Sonneborn und Co. würden den Bundestag gehörig aufmischen. Das wäre wahrer Protest.

Ist es vielleicht nicht eher so, dass Rassismus, Ausländerhass, Islamophobie, aber auch purer Futterneid nicht schon immer in den Köpfen von vielen Menschen drin waren und man sich bisher nur an gesellschaftliche Gepflogenheiten hielt, in dem man so etwas nicht laut sagte? Jetzt haben wir eine Partei in den Landtagen und im Bundestag sitzen, die solches Gedankengut legitimiert und da kann man ja jetzt auch mal den Mund aufmachen.

Ist es vielleicht nicht auch so, dass sich manch einer der AfD-Mitglieder und -Wähler jetzt schon mal einen Platz an der zukünftig scheinenden Sonne sichern will? In der Nazizeit gab es Block-, Zellen-, Ortsgruppen-, Kreis- und Gauleiter. Ich weiß nicht, wie derartige Positionen in einer AfD-regierten BRD hießen. Aber es hat ja 1933 schon wunderbar funktioniert, wenn man, unabhängig von irgendwelchen Befähigungen, stramme Parteimitglieder mit Pöstchen belohnte. Pöstchen, die einen in die Lage versetzten, andere Menschen zu schikanieren.

Oder ist es vielleicht auch so, dass manch einer, der vor einem halben Jahr noch mit der AfD sympathisierte, heute nicht mehr weiß, wie er ohne Gesichtsverlust aus der Sache rauskommt? Eingeschüchtert wird man ja mittlerweile auch offiziell von AfD-Spitzenpolitikern.

Unser Land, unsere Regierung ist nicht frei von Fehlern. Das sage ich gerade als SPD-Mitglied. Wir können vieles besser machen und wir müssen endlich Druck auf unsere Parteien und Abgeordneten ausüben, damit wir auch tatsächlich anfangen, etwas zu besser zu machen.

Aber das, was wir momentan in Deutschland erleben, zeigt derart auffällige Parallelen zu der Zeit zwischen 1929 und 1933, dass einem schon angst und bange werden kann. Auch damals war sich die Linke nicht einig, auch damals haben die Nazis nach der Wahlschlappe 1929 erst einmal den Antisemitismus auf kleiner Flamme gekocht, um dann ab 1933 umso härter zuzuschlagen.

Am Ende hatten wir 6 Millionen Mitbürger auf dem Gewissen, unser Land lag in Schutt und Asche und wir waren auf der ganzen Welt geächtet. Noch können wir die Reißleine ziehen. Die Politiker der etablierten Parteien, indem sie endlich wieder Politik für die Bürger unseres Landes und nicht für Lobbyisten machen. Die AfD-Mitglieder, – Anhänger und -Sympathisanten, indem sie ihre Haltung kritisch überdenken und sich von dem Wahnsinn „AfD“ abwenden.

Wenn wir das nicht tun, sitzen unsere Kinder und Enkelkinder irgendwann wieder auf Trümmern. Ob sich dann aufgrund der heutigen Waffen noch irgendetwas wiederaufbauen lässt, wage ich zu bezweifeln.

Published inPolitikZeitgeschehen