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Bauschutt in Gürzenich – ein Kommentar

Sorry, Leute, wenn das Thema nervt, aber im Sog meines letzten Blogs sind doch einige höchst interessante Ansichten über den Umgang mit dieser Sache öffentlich auf Facebook diskutiert worden, die ich doch noch mal kommentieren möchte.

Der Umgang mit dem Betroffenen

Man wirft der AmpelPlus, und somit auch mir, vor, den Betroffenen öffentlich zu demontieren und sich an dessen Verfehlungen zu erlaben. Ich möchte noch mal rekapitulieren: Am 23.03.2018 erscheint ein Post, der die Frage nach dem Verursacher für die illegale Müllablagerung in Gürzenich stellt. Hier wurde noch kein Name genannt, es wurde keine Vermutungen angestellt, nichts dergleichen. Der Betroffene hätte jetzt einfach hingehen und sofort veranlassen können, dass der Bauschutt umgehend entsorgt wird. In dem Fall hätte es nach ein paar Tagen eventuell noch einen Post mit der Vollzugsmeldung gegeben und die Sache wäre erledigt gewesen.

Wenn der Betroffene stattdessen hingeht und dem Postersteller erzählt, dass dies durch den DSB genehmigt worden sei – was sich auf Nachfrage als falsch herausstellt – dann braucht er sich nicht zu wundern, wenn die AmpelPlus hellhörig wird und der Sache nachgeht.

Der Betroffene hat so viel für die Allgemeinheit getan

Ja, das ist richtig und wird auch von niemandem bestritten. Das darf aber kein Grund sein, die vorliegende Angelegenheit nicht zu verfolgen. Gerade und vor allem die Politik ist angehalten, der Bevölkerung Integrität und Rechtschaffenheit vorzuleben. Das mag ungerecht sein, aber gerade weil es um das Vertrauen in die Politik nicht weit her ist, müssen für Politiker besondere Maßstäbe gelten. Ein Ratsmitglied der Grünen ist aus freien Stücken aus dem Steuerausschuss ausgeschieden, weil sie eine geringfügige Beschäftigung bei einem Marktbeschicker angenommen hat und mit dem Rücktritt keinerlei Spekulationen über eine mögliche Befangenheit aufkommen lassen wollte. Hätte die AmpelPlus wegen der besonderen Verdienste des Betroffenen die Angelegenheit im Sande verlaufen lassen, wäre die Empörung in der Bevölkerung zu Recht groß gewesen. Man hätte schlicht vermutet, dass hier ein Mitglied des Stadtrates besondere Behandlung erfährt, während man den „kleinen Mann“ mit aller Härte verfolgt.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Betroffenen werden in Frage gestellt

Das ist ein Satz aus dem Statement des CDU Stadtverbandes. Ich habe mir alle Verlautbarungen der AmpelPlus noch einmal durchgelesen. Da wird weder spekulativ noch subtil irgendetwas in Frage gestellt. Hier ist eher das Gegenteil der Fall. Durch den Satz „Aber wenn es im Ehrenamtsbereich jetzt so weit geht, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse eines Betroffenen spekulativ und subtil in Frage gestellt werden, dann zeugt dies von dem Bestreben, ihm nicht nur politisch, sondern auch privat bzw. wirtschaftlich zu schaden“ weist die CDU höchstselbst darauf hin, dass der Betroffene eventuell finanziell nicht in der Lage ist, die Entsorgung zu veranlassen.

Ihr veranstaltet eine Hetzkampagne

Das Thema „wilde Müllablagerung“ ist grundsätzlich sensibel. Es existieren hunderte Fotos im Internet, die empörte und verärgerte Bürger ins Netz stellen, um auf derartige Vorfälle hinzuweisen. Im vorliegenden Fall, gerade weil er öffentlich bekannt geworden ist, informiert die AmpelPlus über die jeweils aktuelle Sachlage. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn es zu diesem Thema mehrere Veröffentlichungen in kurzer Zeit gibt, dann liegt das daran, dass die zuvor getätigten Aussagen des Betroffenen entweder in einem neuen Licht erscheinen oder sogar widerlegt wurden.

Fazit

Wie ich eingangs geschrieben habe, hätte das alles vermieden werden können. Einfach schnellstmöglich den Bauschutt entsorgen und die ganze Sache wäre erledigt gewesen. In einem Kommentar wurde ich gefragt: „..man muss immer beide Seiten kennen, ich kenne sie, ihr alle auch ?“ Nein, kenne ich nicht. Allerdings hatte der Betroffene ja nun mehr als ausreichend Zeit, seine Sichtweise der Dinge vorzutragen. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen, warum er dies bislang nicht gemacht hat.

Ich wehre mich aber dagegen, dass jetzt diejenigen, die eigentlich die Sache aufklären wollen, an den Pranger gestellt werden. Das ist Täter-Opfer-Umkehr at it’s best. Man kann ja aus persönlicher Verbundenheit Verständnis für den Betroffenen haben und um Milde bitten. Sofern von Anfang an mit offenen Karten gespielt wird, habe ich da kein Problem mit.

Hier allerdings hat sich der Betroffene entschieden, die Sache anders zu handhaben. Es ist wohl allzu verständlich, dass dann der Eindruck entsteht, dass man etwas vertuschen will. Und gerade das dürfen wir uns in der Politik nicht erlauben.

Published inPolitikZeitgeschehen