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Politischer Anstand umständehalber abzugeben!

Seit Monaten prangert eine Partei in Düren den fehlenden politischen Anstand an. Unterstützt werden sie dabei von der Lokalpresse, die bei den verschiedensten Themen immer wieder gefordert hatte, man möge doch bitte wieder zu einem respektvollen Miteinander zurückkehren. Das ist, vordergründig gesehen, erst einmal eine ehrenwerte Forderung, gegen die sicher niemand etwas einzuwenden hat und deren Erfüllung nicht zuletzt den Bürger erfreuen würde.

Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, dass die Dürener SPD oder die AmpelPlus im Umgang mit der CDU alles richtig gemacht hat. Da war ich und da bin ich einfach nicht objektiv genug, um das neutral beurteilen zu können. Und auch wenn es den Bürger mitunter bestenfalls langweilt und schlimmstenfalls nervt, finde ich es wichtig, wenn die Parteien alle verfügbaren Kanäle nutzen, um die politischen Unterschiede aufzudecken und zu erläutern, warum welche Partei diese oder jene Entscheidung getroffen hat. Solange sich Veröffentlichungen und Stellungnahmen einzig und allein auf politische Themen beziehen, finde ich solche Verlautbarungen extrem wichtig.

Unter den Gesichtspunkten ist es für mich absolut unterirdisch und auch ganz weit unter der Gürtellinie, wenn sich dann der CDU Stadtverband mich herauspickt und persönlich übelst diffamiert. Das hat für mich weder etwas mit Politik noch mit Anstand zu tun. Hier wurde eine Linie überschritten und ein Weg eingeschlagen, den ich nicht bereit bin, mitzugehen.

Ja, man mag mich, sicher zu Recht, dünnhäutig und sensibel nennen. Beides sind wohl Charaktereigenschaften, die mich nicht befähigen, politisch aktiv zu sein. Für mich stand, trotz oder gerade wegen meiner politischen Aktivität, meine persönliche Integrität immer an erster Stelle. Diese wurde durch die CDU mutwillig und vorsätzlich angegriffen. Und da ist dann halt bei mir Feierabend.

Ich habe mich deshalb nach drei Tagen intensivstem Nachdenken Anfang der Woche dazu entschlossen, mich aus der parteilichen Politik zurückzuziehen. Derartige Angriffe sind meiner Gesundheit nicht zuträglich und allein die bloße Vorstellung, dass ich mit solchen Menschen eines Tages in einen politischen Diskurs hätte treten müssen, hat mich veranlasst, an dieser Stelle die Reißleine zu ziehen.

Ich werde natürlich auch weiterhin ungefragt meine Meinung zu Vorgängen in Deutschland und der Welt, aber auch zur Dürener Politik hier äußern. Die Tatsache, dass ich jetzt keiner Partei mehr angehöre, hat dann für mich wenigstens den Vorteil, dass ich nicht mehr berücksichtigen muss, ob die Dürener SPD durch meine Wortwahl möglicherweise Schaden nehmen könnte.

Mir ist schon bewusst, dass einige jetzt sagen werden, dass ich mich nicht so anstellen soll oder dass ich jetzt die Mitleidstour fahre. Ehrlich gesagt ist mir das egal. In Zeiten wie diesen, in denen es anscheinend vollkommen legitim ist, andere, teils wildfremde Menschen zu beleidigen, zu diffamieren oder zu beschimpfen, ist mir die Meinung anderer Leute über mich unwichtiger denn je zuvor!

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