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Heiligt der Zweck alle Mittel? – Teil 2

Freunde der Sonne, der Natur und allem was dazu gehört, ich glaube, dass es bei der Frage, ob unsere Natur (und somit natürlich auch der Hambacher Wald) geschützt werden muss, normalerweise keine zwei Meinungen geben darf. Es sei denn, man leugnet wider aller ernstzunehmenden wissenschaftlichen Studien den menschgemachten Klimawandel samt seiner Auswirkungen.

Der Protest gegen die Rodung des Hambacher Walds steht aber nicht nur für die Erhaltung des Waldgebietes, sondern auch für die Forderung, sich endlich von der Energiegewinnung durch Braunkohle zu verabschieden.

Das ist alles nachvollziehbar und, aus meiner Sicht, auch begrüßenswert. Es gibt zahlreiche Methoden, seinem Protest gegen die Rodung des Waldes und gegen die Braunkohle Ausdruck zu verleihen. Angriffe, ob verbal oder körperlich, auf Polizeibeamte und Mitarbeiter von RWE gehören da eindeutig nicht zu. Abgesehen davon, dass Gewalt und Beleidigungen Straftaten sind, egal wie edel die Gesinnung sein mag, die dahintersteckt, sollte sich jeder auch vor Augen führen, dass mit solchen Aktionen die falschen Menschen ins Visier genommen werden.

Diejenigen, die die Gewalt ausüben oder dies billigend in Kauf nehmen, sollten vielleicht mal darüber nachdenken, ob der Polizist, auf den ein Stein geworfen wurde, vielleicht zum Thema Hambacher Wald nicht genau die gleiche Einstellung hat wie die Menschen, die am vergangenen Sonntag friedlich protestiert haben. Unabhängig aber von seiner persönlichen und höchst privaten Überzeugung ist er per Diensteid verpflichtet, behördlichen Anweisungen Geltung zu verschaffen. Der gleiche Polizeibeamte müsste und würde auch unsere Rechte durchsetzen, wenn wir Opfer einer Straftat würden.

Mir stinkt es auch gewaltig, dass mal wieder ein großer Konzern damit durchkommt, aber es ist doch nun mal so, dass RWE von allen Seiten, behördlich und juristisch, abgesichert ist. Wir leben nun einmal in einem Rechtsstaat und da werden auch schon mal Entscheidungen getroffen und Urteile gefällt, die uns nicht gefallen. Die Polizeibeamten sind dazu da, diese durchzusetzen, unabhängig davon, was sie selber davon halten.

Für die RWE-Mitarbeiter, die durch den Wald streifen, gilt das ebenso. Wenn die einen Baum markieren, tun sie dieses auf Anweisung. Klar, sie können sich dagegen auflehnen, dann steht aber deren Job auf dem Spiel. Außerdem macht es dann der nächste Kollege.

Abgesehen davon: Glaubt denn wirklich irgendjemand, dass sich durch einen Angriff auf einen Polizeibeamten oder RWE-Mitarbeiter irgendetwas an der Sachlage ändert? Im besten Fall wird der Angreifer wegen Körperverletzung verurteilt, im schlimmsten Fall kommt jemand ums Leben und Familien werden ins Unglück gestürzt.

Protest gegen die Abholzung und gegen Braunkohle muss erlaubt sein und ist auch erlaubt, aber Übergriffe auf Polizisten und RWE-Mitarbeiter sind absolut zu verurteilen.

Published inZeitgeschehen