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Und oft genug ist Reden nicht einmal Silber, sondern Blech!

Meine SPD scheint sich im Bund auch für die BürgerInnen wieder merklich auf ihre alte Kernkompetenz, nämlich Politik für alle Menschen unseres Landes, zu besinnen.

Grundrente, Sozialstaatsreform 2025, 12 EUR Mindestlohn sind, neben den bisher realisierten Projekten aus dem Koalitionsvertrag, die richtigen Schritte hin zu einem sozial gerechteren Staat. Zur Stunde soll und wird das Konzept in einer Klausurtagung des SPD-Präsidiums wohl beschlossen.

Klar, im derzeitigen Stadium ist es für SPD-Basismenschen wie mich noch zu früh, die Sektkorken knallen zu lassen. Aber man kann ja zumindest, wenigstens mit Bleistift, den Sekt schon mal auf die Einkaufsliste schreiben.

Die SPD wäre aber nicht die SPD, wenn es nicht doch den einen oder anderen Wermutstropfen gäbe. Zwei, um genau zu sein.

Vor ca. 10 Tagen meldete sich Gerhard Schröder zu Wort und kritisierte Andrea Nahles. Ja, Andrea ist sicher nicht die Integrationsfigur, welche die SPD dringend benötigen würde. Wenn man aber mal schaut, was die WählerInnen an Andrea Nahles kritisieren, dann liest man meist nur „Bätschi“, „Ich mach mir die Welt“ und „Jetzt kriegen sie auf die Fresse“. Inhaltliche Kritik an unserer Vorsitzenden hört man selten. Und jetzt kommt ausgerechnet Gerhard Schröder und wirft ihr Amateurfehler vor? Der Gerhard Schröder, der mit seinem Auftritt in der Elefantenrunde 2005 dafür gesorgt hat, dass ich mich zum ersten und einzigen Mal geschämt habe, dass ich mein Kreuzchen bei der SPD gemacht habe? Der gleiche Mann, der in seiner Amtszeit den Ausverkauf sozialdemokratischer Werte betrieben hat?

Genosse Gerhard – und ja, die Anrede Genosse fällt mir verdammt schwer, Du hattest Deine Zeit. Ich habe es schon nicht verstanden, warum man ausgerechnet Dich als Redner zu einem Bundesparteitag eingeladen hat, der unter der Prämisse „Zeit für mehr Gerechtigkeit“ stand. Genieße Deine Zigarren und demontiere nicht die Partei, die Dir ja letztendlich zu Deinem lukrativen Posten bei Gazprom verholfen hat. Oder glaubst Du tatsächlich, Putin hätte Dir den Job gegeben, wenn die SPD Dich nicht zum Kanzler gemacht hätte?

Ach ja, und dann sagt Schröder tatsächlich, dass er Sigmar Gabriel für den begabtesten Politiker in der SPD hält. Was der natürlich zum Anlass nimmt, auch gleich mal ein Interview zur Lage der Nation zu geben. Da er es sich offensichtlich mit der Parteispitze verscherzt hat, wanzt er sich ziemlich offensichtlich an die GroKo-Gegner innerhalb der Partei ran. Der Sigmar Gabriel, der immer ein großer Freund von Schwarz-Rot war und auch schon mal richtig biestig wurde, wenn die Linken innerhalb der Partei die GroKo in Frage gestellt haben, möchte jetzt die Große Koalition aufkündigen. Natürlich nur, wenn die Union die Pläne der SPD nicht mitträgt. Das ist auch der Sigmar Gabriel, der zweimal die Chance auf eine Kanzlerkandidatur hatte und beide Male es vorzog, jemand anderen vor die Pumpe laufen zu lassen. Und auch der Sigmar Gabriel, der jetzt stinkig ist, weil mittlerweile selbst das letzte Präsidiumsmitglied gemerkt hat, was er da für eine miese Nummer abgezogen hat. Ob Sigmar darauf hofft, im Fahrwasser von Kevin Kühnert noch einmal vom Katzentisch an den Tisch der Großen versetzt zu werden?

Sowohl Schröder als auch Gabriel können es anscheinend nicht verkraften, dass sie in der SPD keine Rolle mehr spielen. Beide nutzen ihre Popularität aber aus, um sich als die beiden besten Oppositionspolitiker zu präsentieren. Und von den Linken bis hin zur Union amüsiert man sich mal wieder königlich. Ein gut gemeinter Rat und eine Bitte von einem aus der SPD-Basis: Haltet doch einfach mal die Klappe! Ihr hattet Eure Zeit bzw. Eure Chancen. Findet Euch damit ab!

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